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Ratgeber · Werkzeug

Fester oder variabler Stromtarif – und lohnt sich das zeitvariable Netzentgelt (Modul 3)?

Trage deinen Jahresverbrauch ein, sag, ob eine Wärmepumpe oder ein E-Auto dazugehört, und wähle deinen Netzbetreiber. Der Rechner legt die Börsenpreise der letzten zwölf Monate Stunde für Stunde über typische Verbrauchsprofile und zeigt, was ein fester Arbeitspreis, ein variabler Tarif und ein variabler Tarif mit Modul 3 gekostet hätten – einmal so, wie Auto und Wärmepumpe von allein laufen, und einmal in die günstigen Stunden gelegt. Ein Überschlag, kein Angebot: alle Annahmen stehen unter dem Rechner.

Nur ein Blick zurück – keine Vorhersage.

Alle Ergebnisse rechnen mit den tatsächlichen Börsenpreisen von den letzten zwölf Monaten und den heute gültigen Preisblättern und Umlagen. Sie zeigen, was ein Tarif in dieser Vergangenheit gekostet hätte. Wie sich Börsenpreise, Netzentgelte, Umlagen und Anbieterpreise künftig entwickeln, weiß niemand – eine Aussage über deine zukünftigen Kosten können wir daraus nicht ableiten.

1 · Dein Verbrauch
2 · Netzbetreiber & Modul 3

3 · Fester Tarif

wie auf deiner heutigen Rechnung

4 · Variabler Tarif

Börsenpreis je Stunde plus alle Bestandteile

Der Rechner braucht JavaScript, um deine Werte einzusetzen. Mit den Vorgaben (3.500 kWh Haushalt, Stromnetz Berlin, 32 ct fest) liegen fester und variabler Tarif dicht beieinander; der Unterschied entsteht erst mit Wärmepumpe oder E-Auto – und damit, wann sie laufen.

Die Annahmen, offen gelegt

  • Börsenpreise: Day-Ahead-Preise der Strombörse für Deutschland/Luxemburg, Stunde für Stunde über die letzten zwölf vollen Monate (Zeitraum siehe Datenstand), Quelle Energy-Charts (Fraunhofer ISE, CC BY 4.0, Daten Bundesnetzagentur | SMARD). Vergangene Preise sagen nichts über künftige – sie zeigen aber, wie stark der Tagesverlauf schwankt und was das für dein Profil heißt.
  • Variabler Tarif: Preis je Stunde = (Börsenpreis + Anbieter-Aufschlag + Konzessionsabgabe + Stromsteuer und Umlagen des jeweiligen Jahres + Netzentgelt-Arbeitspreis) × 1,19. Die Umlagen nimmt der Rechner je Kalenderjahr, weil das Zwölf-Monats-Fenster den Jahreswechsel schneidet: 2025 Stromsteuer 2,05 + KWKG 0,277 + Offshore 0,816 + § 19 StromNEV 1,558 ct, 2026 Stromsteuer 2,05 + KWKG 0,446 + Offshore 0,941 + besondere Netznutzung 1,559 ct. Das Netzentgelt kommt aus dem Preisblatt deines Netzbetreibers (Standardstufe als Arbeitspreis). Fixkosten im Jahr = 12 × Anbieter-Gebühr + Netz-Grundpreis × 1,19 + Messstellenbetrieb. Negative Börsenpreise werden durchgereicht, so wie es die Anbieter tun.
  • Anbieter-Voreinstellung Tibber Smart Dynamic: Tibber veröffentlicht seine Bestandteile im Support-Center, das Internet-Archiv hält datierte Kopien. Daraus belegt: 2,15 ct/kWh netto „weitere Beschaffungskosten“ auf den Day-Ahead-Preis, unverändert von Mai 2025 bis August 2026, und 5,99 € im Monat Tibber-Gebühr (brutto) seit Dezember 2025; alles Übrige reicht Tibber 1:1 durch. Tibber rechnet viertelstündlich – mit stündlichen Verbrauchsprofilen ergibt der Stundenmittelwert der Börse dieselben Kosten, nur die Spalte „gesteuert“ könnte mit Viertelstunden noch etwas günstiger ausfallen. Andere Anbieter nennen ihre Preise erst nach Postleitzahl und halten keine Historie vor; deshalb gibt es sie hier nur als „eigene Werte“.
  • Netz-Grundpreis und Messstellenbetrieb: Der Netz-Grundpreis stammt aus dem Preisblatt des Netzbetreibers (Stromnetz Berlin 2026: 33,36 € netto im Jahr); für die anderen Netzbetreiber nimmt der Rechner diesen Wert als Vorgabe und sagt es. Der Messstellenbetrieb folgt den Preisobergrenzen des § 30 MsbG für ein intelligentes Messsystem: 30 € bis 6.000 kWh, 40 € bis 10.000 kWh, 50 € mit steuerbarer Verbrauchseinrichtung – brutto im Jahr. Beim festen Tarif stecken beide Posten im Grundpreis des Lieferanten.
  • Modul 3: Statt der Standardstufe gilt je Stunde die Stufe des Zeitfensters – Hochlast, Standard oder Niedriglast – aus dem Preisblatt. Modul 3 gibt es nur zusätzlich zu Modul 1 (pauschale Reduzierung) und nur mit einer steuerbaren Verbrauchseinrichtung nach § 14a EnWG, also Wärmepumpe oder Wallbox ab 4,2 kW. Modul 1 ändert in beiden Varianten dasselbe und bleibt deshalb außen vor. Ohne Wärmepumpe und Auto entfällt die Variante.
  • Haushaltsprofil: angelehnt an das Standardlastprofil H0 – Spitze am Abend, wenig in der Nacht, am Wochenende mehr am Mittag; im Winter rund 15 % über, im Sommer rund 15 % unter dem Mittel. Der Haushalt wird in keiner Variante verschoben.
  • Wärmepumpe: Monatsanteile nach Heizgradtagen (Januar und Dezember je rund 17 %, Juni bis August je 2 %, der Rest Warmwasser), Tagesverlauf mit Nachtabsenkung und Morgenspitze. „Gesteuert“ heißt: an jedem Tag dürfen bis zu 35 % der Tagesenergie aus den sechs teuersten in die sechs günstigsten Stunden wandern – das schafft ein Pufferspeicher oder die Gebäudemasse, mehr nicht.
  • E-Auto: ungesteuert lädt es nach Feierabend ab 17 Uhr mit Schwerpunkt 18 bis 22 Uhr, im Winter etwas mehr. „Gesteuert“ heißt: die Energie jedes Tages liegt in den günstigsten Stunden zwischen 17 und 7 Uhr, mit höchstens der eingestellten Ladeleistung je Stunde. Das ist eine Obergrenze – sie setzt voraus, dass das Auto jede Nacht am Haus hängt.
  • Eigener Wärmepumpentarif: Viele Wärmepumpen hängen an einem zweiten Zähler mit eigenem Tarif, oft mit dem um 60 % reduzierten Netzentgelt nach § 14a Modul 2. Dieser Tarif ist immer fest und gilt in allen Varianten: Die Wärmepumpe kostet überall diesen Arbeitspreis plus Grundpreis, nur der Haushaltszähler wechselt zum variablen Tarif. Sie hat damit keinen variablen Anteil – eine Optimierung ihrer Laufzeiten bringt nichts, sie wird nicht verschoben, und ihr Zähler kennt kein Modul 3.
  • Solaranlage: Jahresertrag = Leistung × spezifischer Ertrag, verteilt auf die Monate wie in Deutschland üblich (Juni und Juli je rund 13,5 %, Dezember 2 %) und über den Tag als Glocke um 13 Uhr, im Winter schmal, im Sommer breit. Sonnenstrom deckt zuerst den Verbrauch am Haushaltszähler in derselben Stunde, der Überschuss lädt den Speicher, der Rest wird zur eingestellten Vergütung eingespeist; eine Wärmepumpe am eigenen Zähler bekommt keinen Sonnenstrom. Beim Verschieben zählt eine Überschussstunde mit der entgangenen Einspeisevergütung statt mit dem Tarifpreis – so wandert die Wärmepumpe „gesteuert“ in die Mittagsstunden, auch beim festen Tarif. Bewölkung und Ausrichtung stecken nur im spezifischen Ertrag.
  • Batteriespeicher: Mit Solaranlage ist er ein Eigenverbrauchsspeicher: Überschuss hinein, abends heraus, fortlaufend über das Jahr, in allen Varianten. Dafür gilt der Wirkungsgrad „Solar → Batterie → Haus“, der von der Bauart abhängt: Ein Hybridwechselrichter lädt den Solarstrom direkt über den Gleichstrom-Zwischenkreis (laut HTW-Stromspeicher-Inspektion 2026 bis 98,2 %), ein Batteriewechselrichter wandelt ihn erst zu Wechselstrom und zurück – ein Schritt mehr. Vorgabe daher 85 % beim Hybrid- und 81 % beim Batteriewechselrichter. Beim Laden aus dem Netz gehen beide Bauarten denselben Weg (AC → DC → AC); dort gilt für beide derselbe Wert, Vorgabe 80 %. Den größten Unterschied macht ohnehin das einzelne Gerät beim Entladen mit kleiner Last (91,2 bis 97,8 % im Mittel), nicht die Bauart. Ohne Solaranlage ist er ein reiner Preisspeicher. Je Kalendertag lädt er in den günstigsten Stunden aus dem Netz und entlädt in den teuersten in den Hausverbrauch, nie ins Netz. Eine Umlagerung findet nur statt, wenn der Preisunterschied die Wandlungsverluste und den Verschleiß übersteigt. Der Systemwirkungsgrad Netz → Batterie → Haus ist mit 80 % vorbelegt: Die Stromspeicher-Inspektion 2026 der HTW Berlin misst für ein sehr effizientes System (Fronius Symo GEN24 mit Reserva) 78 % bei 4 kW Laden und 200 W Entladen, für ein ineffizientes 63 %; über 80 % gibt es nur, wenn der Batteriewechselrichter beim Entladen über 90 % liegt – im Teillastbereich, in dem Speicher abends meist arbeiten, fällt sein Wirkungsgrad rapide (90 % bei 800 W, 54 % bei 100 W). Wer seinen Speicher mit großer Leistung entlädt oder ein Spitzengerät hat, darf höher gehen; der Verschleiß wird als Anschaffung ÷ (Vollzyklen × Kapazität) je entladener kWh angesetzt, bei den Vorgaben (500 € je kWh für Speicher samt Wechselrichter, 6.000 Vollzyklen) rund 8,3 ct. Begrenzt durch Kapazität und Leistung des Batteriewechselrichters, um Mitternacht leer. Nur die Zeilen „gesteuert“ nutzen ihn; beim festen Arbeitspreis gibt es nichts zu verschieben. Mit einer Solaranlage sähe die Rechnung anders aus – das ist ein anderer Rechner.
  • Grundpreise zählen zwölfmal, Tage ohne Börsenpreis fallen aus allen Varianten heraus. Ohne Solaranlage bewertet der Rechner nur den Netzbezug.

Datenstand: wird beim Laden eingesetzt.

Wo Energy Flow Control ansetzt

Die Zeilen „gesteuert“ sind genau das, was ein Energiemanagement im Alltag tut: Wallbox und Wärmepumpe in die günstigen Stunden legen – nach Börsenpreis und Netzentgelt-Fenster, Tag für Tag, ohne dass jemand auf die Uhr schaut. EFC kennt die Preisblätter der Netzbetreiber aus einem zentralen Dienst, holt die Börsenpreise selbst und rechnet den Tarifvergleich an einer laufenden Anlage mit den echten Zählerdaten statt mit Profilen. Was §14a, Modul 1 bis 3 und die 4,2 kW bedeuten, erklärt der Ratgeber zu § 14a EnWG.

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